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Der Gerechte aber wird aus Glauben leben

Sonntag, 21. Oktober 2018
45 Minuten

Der Gerechte aber wird aus Glauben leben

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Habakuk schaut sich um und sein Herz schreit auf: "Herr, wie lange soll ich noch rufen? Überall Ungerechtigkeit, Gewalt, verdrehte Urteile!" Wenn du dich in unserer Welt umsiehst – in den Schulen, im Geschäftsleben, selbst in den Kirchen – erkennst du genau das wieder. Menschen, die andere übervorteilen, Lehrpläne, die verdreht werden, sogar Halloween-Feste in evangelischen Kirchen. Du denkst vielleicht: "Schlimmer kann es nicht mehr werden." Doch die Propheten schrieben vor zweieinhalbtausend Jahren über dieselben Zustände.

Mitten in diese Klage hinein spricht Gott ein kraftvolles Wort aus Habakuk 2,4: "Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben." Auch bei Jesaja findest du diese erschütternde Anklage an religiöse Menschen, die Gottesdienste feiern, Opfer bringen – und doch sagt Gott: "Das ist mir alles ein Gräuel! Eure Hände sind voll Blut."

Was bedeutet es, gerecht zu sein? Das deutsche Wort setzt sich zusammen aus "geh" und "recht" – jemand, der richtig geht, der nicht nur redet, sondern handelt. Denk an Hiob: untadelig, rechtschaffen, gottesfürchtig, das Böse meidend. Gerecht sein bedeutet nicht, mit ausgestrecktem Finger dazustehen wie ein Denkmal und anderen zu sagen, was sie falsch machen. Es bedeutet, selbst den richtigen Weg zu gehen – in deinem Umgang mit Menschen, in deiner Arbeit, in deiner Familie.

Du wirst täglich herausgefordert: Wenn deine Kollegen den Chef betrügen, wenn deine Kinder zum Halloween-Fest gedrängt werden, wenn alle um dich herum unlautere Geschäfte machen – hast du den Mut zu sagen: "Bei sowas mache ich nicht mit"? Jesaja 1,16-17 macht es konkret: Wasch dich, reinige dich, höre auf Böses zu tun, lerne Gutes zu tun, hilf dem Bedrückten, schaffe der Waise Recht.

Paulus greift in Römer 1,16-17 genau dieses Wort auf: "Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Der Gerechte wird aus Glauben leben." Die Gerechtigkeit Gottes wird dir gegeben, damit auch du gerecht leben kannst – aber nur durch die Kraft des Evangeliums.

Schau dir Jona an, Jakob, David – waren sie immer gerecht? Nein. Jona floh vor Gottes Auftrag, Jakob betrog, David wurde zum Mörder. Doch als sie Buße taten, machte Gott aus ihnen Gerechte. Der Brustpanzer der Gerechtigkeit aus Epheser 6 schützt dein Herz vor den Angriffen des Feindes – aber nur, wenn du ihn trägst.

Die entscheidende Frage: Lebst du gerecht oder selbstgerecht? Der Selbstgerechte weiß alles besser, verurteilt andere, schlägt um sich. Der Gerechte aber vertraut auf Gottes Gnade und geht seinen Weg in Treue. Hebräer 10 warnt: Wenn der Gerechte feige zurückweicht, hat Gott kein Wohlgefallen an ihm. Doch du gehörst zu denen, die glauben zur Errettung der Seele – egal was um dich herum geschieht.

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