In unserer Zeit fehlt es an echten Christen. Von 7,3 Milliarden Menschen bekennen sich viele zum christlichen Glauben, aber die entscheidende Frage lautet: Ist jemand, der sich als Christ bezeichnet, auch wirklich ein Christ? Ein türkischer Reiseführer brachte es einmal auf den Punkt: "So wie ich mich als Moslem bezeichne, aber nicht bete und keine Moschee besuche, so schätze ich euch in Deutschland als Christen ein." Keine Echtheit – egal in welcher Religion. Zu welcher Kategorie Christ gehörst du?
In 1. Johannes 2,15-17 steht eine klare Warnung: "Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters." Diese Worte klingen hart, aber sie treffen den Kern. Die Liebe zur Welt verhindert die Liebe zum Vater. Jesus selbst lehrte: "Niemand kann zwei Herren dienen" (Matthäus 6,24). Entweder gibt es in deinem Leben Welt, oder es gibt Gott, dem du dienst.
Aber was bedeutet "Welt" eigentlich? Wo beginnt sie? Ist es Welt, wenn du dich über ein neues Auto freust oder gespannt auf den Urlaub wartest? Johannes meint mit "Welt" die von Gott gelöste Menschheit, die von Begierde des Fleisches, Begierde der Augen und Prahlerei des Lebens bestimmt wird. Die Welt bietet uns heute unglaublich viel – durch Smartphones, Medien, unbegrenzte Möglichkeiten. Die Augen des Menschen sind unersättlich, wie Sprüche 27,20 sagt.
Schon David fiel der Begierde der Augen zum Opfer, als er Bathseba sah. Auch in der Gemeinde war es nicht selbstverständlich, sich von diesen Begierden fernzuhalten. Paulus musste über Demas schreiben: "Demas hat mich verlassen und diese Welt liebgewonnen" (2. Timotheus 4,10). Vieles, was die Welt verspricht, entpuppt sich als unbefriedigend, wenn man es erreicht hat.
Der entscheidende Grund, die Welt nicht zu lieben: Sie wird vergehen. Alles, was du in dieser Welt erreichst, ist der Vergänglichkeit unterworfen. 2. Petrus 3,10 beschreibt, wie diese Welt ein Ende finden wird. Deshalb ist es besser, Schätze zu sammeln, die nicht vergehen. Jesus sagte: "Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erhalten" (Lukas 9,24).
Die Frage lässt sich nicht mit einfachen Verhaltensregeln beantworten. Du weißt selbst am besten, ob deine Grundgesinnung eine Gesinnung der Liebe zur Welt oder der Liebe zum Vater ist. Josef zeigte uns den Weg, als er der Verführung widerstand: "Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?" Bist du bereit, dich konsequent von der Gesinnung dieser Welt zu lösen? Sei ein echter Christ in der heutigen Welt.
