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Der Blinde wird geheilt

Samstag, 18. April 2015
41 Minuten

Der Blinde wird geheilt

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Jesus Christus läuft mit seinen Jüngern durch Jerusalem, vorbei an einem Mann, der von Geburt an blind ist. Die Jünger stellen sofort die Frage, die auch uns heute noch beschäftigt: "Wer hat gesündigt, dass dieser Mann blind geboren wurde – er selbst oder seine Eltern?" Sie wollen die Schuldfrage klären, denn in ihrer religiösen Vorstellung bedeutet Krankheit immer Strafe für Sünde.

Doch Jesus gibt eine Antwort, die alles verändert: "Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern an ihm sollen die Werke Gottes offenbar werden." Jesus geht es nicht primär um die Schuldfrage. Ihm geht es um die Person. Er will diesen Menschen ganz haben, eine Beziehung mit ihm führen – nicht nur oberflächlich helfen.

Was Jesus dann tut, erscheint zunächst unlogisch: Er spuckt auf die Erde, macht einen Brei aus Speichel und Dreck und legt ihn dem Blinden auf die Augen. Dann gibt er ihm einen Auftrag: "Geh hin und wasche dich im Teich Siloah" – was übersetzt "der Gesandte" bedeutet. Der Blinde kann nichts sehen, muss um Hilfe bitten, muss Jesus einfach glauben. Aber er tut es. Er lässt sich auf Jesu Worte ein, geht zum Teich und kommt sehend zurück.

Dieser blinde Mann – das bist du und ich. Wir sind von Geburt an geistlich blind, in Sünde geboren. Jesus wirkt oft im Unsichtbaren in deinem Leben, bereitet Dinge vor, die du nicht wahrnimmst. Er gibt dir Aufträge, die manchmal gegen deine Logik gehen. Die Frage ist: Bist du bereit, ihm zu glauben und zu gehorchen?

Jesus durchbricht für diesen Mann den Sabbat und macht sich unrein – aus Liebe. Er riskiert den Zorn der religiösen Führer, weil ihm dieser eine Mensch wichtiger ist als religiöse Vorstellungen. Die Pharisäer verhören den Geheilten, können nicht akzeptieren, was geschehen ist, und stoßen ihn schließlich aus der Synagoge aus.

Doch Jesus lässt ihn nicht allein. Er sucht ihn und fragt: "Glaubst du an den Sohn Gottes?" Der Mann antwortet: "Wer ist er, Herr, damit ich an ihn glaube?" Als Jesus sich offenbart, fällt der Mann vor ihm nieder und betet ihn an. Er hat nicht nur sein Augenlicht empfangen, sondern Jesus selbst erkannt.

Den religiösen Führern, die behaupten zu sehen und alles zu wissen, sagt Jesus: "Weil ihr sagt, wir sind sehend, bleibt eure Sünde." Wahres Sehen beginnt damit, dass du deine Blindheit eingestehst, dass du erkennst: Ich brauche Jesus – nicht nur einmal bei der Bekehrung, sondern jeden Tag. Jesus möchte nicht nur deine Probleme lösen, sondern dich ganz haben, in einer lebendigen Beziehung mit dir leben.

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