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Dennoch bleibe ich stets an dir

Samstag, 6. Juni 2015
28 Minuten

Dennoch bleibe ich stets an dir

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Gott ist gut zu denen, die reinen Herzens sind – so beginnt Asaf seinen Psalm 73. Doch dann folgt ein erstaunliches Geständnis: Dieser Mann, der als Levit von König David persönlich zum Leiter des Gesangs im Hause des Herrn berufen wurde, der täglich vor der Bundeslade diente und sogar bei der Tempeleinweihung dabei war, als Gottes Herrlichkeit das Haus erfüllte – dieser geistliche Leiter gesteht, dass er fast gestrauchelt wäre. Beinahe wäre sein Fuß geglitten.

Was brachte ihn so ins Wanken? Er beneidete die Gottlosen. Er sah, wie gut es den Menschen ging, die sich nicht um Gottes Gebote kümmerten, die stolz und selbstsicher waren, ohne nach Gott zu fragen. Und er fragte sich: Warum halte ich die Gebote? Warum bemühe ich mich um den Gottesdienst? Soll es umsonst sein, dass ich mein Herz rein hielt? Ich bin doch täglich geplagt!

Vielleicht kennst du diesen inneren Kampf. Du versuchst nach Gottes Willen zu leben, während andere scheinbar mühelos durchs Leben gehen. Du fragst dich, ob dein Glaube dich nicht manchmal benachteiligt. Asaf versuchte zu verstehen, warum es den Gottlosen so gut geht – aber es war ihm zu schwer.

Dann geschieht die Wende: Er kommt in Gottes Heiligtum. Dort bekommt er neue Augen, eine veränderte Perspektive. Er erkennt seine eigene Verbitterung und wie dumm er gewesen war. Wie ein unvernünftiges Tier muss er Gott erschienen sein. Doch statt sich von Gott loszusagen, klammert er sich an ihn.

Und dann kommt dieses kraftvolle "Dennoch" in Vers 23: "Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand." Trotz aller Fragen, trotz allem Unverständnis, trotz aller Schwierigkeiten – er bleibt bei Gott. Denn er hat erkannt: "Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde." Seine Schlussfolgerung? "Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte" – oder wie andere Übersetzungen sagen: "Gott nahe zu sein ist mein Glück."

Ein glücklicher Mensch ist nicht der, bei dem alles reibungslos läuft. Glücklich ist, wer sein Vertrauen in Gott wurzelt, wer in seiner Nähe bleibt – im Gebet, in seinem Wort, in der Gemeinschaft. Das ist wahres, bleibendes Glück.

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