Die Israeliten standen vierzig Tage lang einem Problem gegenüber, das sie völlig gelähmt hatte: Goliath von Gath. Jeden Morgen und jeden Abend trat dieser Riese vor ihre Schlachtreihen und verhöhnte sie, während Gottes Volk nur zuschaute und zitterte. Jahrelang wurden sie von den Philistern eingeschüchtert – nicht wegen mangelnder Kriegserfahrung, sondern wegen dieses einzigen Riesen. Obwohl sie das auserwählte Volk des Allmächtigen waren, obwohl er versprochen hatte, mit ihnen zu gehen, hatten sie ihren Mut verloren und sahen nur noch die überwältigende Größe ihres Gegners. Die Bundeslade war weg, und mit ihr schien auch Gottes Gegenwart verschwunden zu sein.
Doch dann kam David. Nicht der stärkste Krieger, nicht der erfahrenste Stratege. Die anderen Soldaten erkannten ihn nicht einmal als einen der ihren an. Aber David hatte etwas, was allen anderen fehlte: Er sah nicht den Riesen – er sah Gott. Während die Israeliten nur das Problem wahrnahmen, erinnerte sich David daran, wer er war: ein Kind Gottes. Er dachte zurück an die Löwen und Bären, die er mit Gottes Hilfe besiegt hatte. Er wusste: Der Krieg gehört nicht mir, sondern Gott.
Als König Saul ihm seine Rüstung anbot, lehnte David ab. Warum? Weil er verstanden hatte, dass dieser Kampf nicht mit menschlicher Kraft gewonnen werden konnte. "Ich gehe im Namen des Herrn", sagte er. Und genau das machte den Unterschied.
Geht es dir manchmal auch so? Kämpfst du in deiner Ehe, mit deinen Kindern, auf deinem Arbeitsplatz? Fühlst du dich überfordert, als müsstest du aufgeben? Vielleicht hast du letztes Jahr deinen Job verloren, deine Ausbildungsstelle, oder jemanden, den du sehr liebst. Vielleicht versuchst du aus eigener Kraft zu kämpfen und wirst dabei nur frustriert und depressiv.
Ein einziger Stein streckte den Riesen nieder. Kein langer Kampf, keine ausgeklügelte Strategie – nur Vertrauen auf Gott. Wenn du Gott vertraust, geschehen wunderbare Dinge. Er gibt jedem von uns eine zweite Chance. Er erneuert, was zerbrochen ist, und gibt zurück, was verloren schien.
