Яир war Leiter einer Synagoge und wusste genau, was der Sanhedrin über Jesus dachte. Er kannte die Meinung der Schriftgelehrten und Pharisäer. Ihm war klar: Wenn er Jesus in sein Haus einlädt, bekommt er ernsthafte Probleme. Aber seine einzige Tochter lag im Sterben, und niemand konnte ihr helfen. Nur Jesus – nur er konnte Tote auferwecken, von Aussatz reinigen, Blinden das Augenlicht zurückgeben. Nur er konnte das Unmögliche möglich machen.
Gesegnet sind die Leiden, die uns zu Jesus führen. Ohne die todkranke Tochter hätte Yairus Jesus vielleicht nie gebraucht. Doch nun rannte er zum Ufer, noch bevor das Boot angelegt hatte, fiel vor Jesus nieder und flehte ihn an zu kommen. Und Jesus? Kein Wort des Vorwurfs. Kein "Du bist doch Synagogenleiter – weißt du nicht, welche Probleme du bekommst?" Nichts dergleichen. Er willigte sofort ein mitzugehen.
Wie oft bauen wir in unserem Leben Chaos auf, richten Schaden an, und dann kommen wir zu Gott und bitten um Hilfe. Hat dir Gott jemals ins Herz gesprochen: "Hättest du früher an mich denken sollen"? Gott ist nicht wie wir Menschen. Er kennt uns, wie wir wirklich sind, und dennoch liebt er uns. Er macht keine Vorwürfe. Er ist bereit, auf unser Gebet zu antworten – wenn wir im Glauben zu ihm kommen.
Unterwegs berührte eine Frau Jesus, die zwölf Jahre an Blutungen litt. Sie hatte alles für Ärzte ausgegeben, doch ihr Zustand verschlimmerte sich nur. Sie war unrein, durfte ihre Kinder nicht umarmen, nicht in die Synagoge gehen. Doch sie glaubte: "Wenn ich nur sein Gewand berühre..." Und sie wurde geheilt. Wenn wir mit unserer Not zu Gott kommen und ihn im Glauben berühren – nur du, nur du, nur du – dann antwortet Gott.
Doch dann kam die schreckliche Nachricht: "Deine Tochter ist gestorben. Bemühe den Meister nicht weiter." (Markus 5,35) Was für eine furchtbare Botschaft! Aber Jesus sagte zu Jairus: "Fürchte dich nicht, glaube nur!" (Markus 5,36) Was auch immer diese Welt über deine Situation sagt, über deine Probleme – Gott fragt: Hast du Glauben in deinem Herzen?
Als sie zum Haus kamen, lachten die Menschen Jesus aus. Sie hatten den Puls geprüft, nach Atem gesucht – das Mädchen war tot. Doch Jesus schickte alle Zweifler hinaus, nahm nur die Jünger mit, die glaubten, dass er der Sohn Gottes ist. Er nahm das Mädchen bei der Hand und sagte mit unendlicher Zärtlichkeit: "Talita kumi – Mädchen, steh auf!" (Markus 5,41) Das waren die zärtlichsten Worte der gesamten Menschheitsgeschichte. Wie eine Mutter ihr Kind weckt: "Sonnenschein, es ist Zeit aufzustehen, das Frühstück wird kalt."
Das letzte Wort hat Jesus. Egal wie aussichtslos deine Situation erscheint, egal wie sehr andere mit dem Finger an die Stirn tippen, wenn sie deinen Glauben sehen – das letzte Wort gehört Gott. Was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich. Jesus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Lass uns das in unserem Leben praktizieren, nicht nur theoretisch glauben. Gott wacht über seinem Wort und tut Wunder – auch heute noch.
