Jesus hatte große Sehnsucht, dieses letzte Passahmahl mit seinen Jüngern zu feiern. Er wusste genau: Nur noch wenige Stunden trennen ihn vom Tod am Kreuz. Und gerade in dieser schwierigsten Zeit seines Lebens suchte er nicht die Einsamkeit, sondern die Gemeinschaft mit seinen Freunden. Das zeigt uns, wie sehr Jesus Mensch war – er empfand Angst und Furcht wie wir alle.
Das Passahfest erinnerte Israel seit über 1400 Jahren an die Befreiung aus Ägypten. Durch das Blut des Lammes an den Türpfosten wurden sie damals vor dem Tod bewahrt und aus der Knechtschaft befreit. Jedes Jahr aufs Neue feierten sie diese Rettung, die sie selbst nie erlebt hatten. Doch nun, beim letzten Abendmahl, gibt Jesus diesem uralten Fest eine völlig neue, tiefere Bedeutung.
Als Jesus das ungesäuerte Brot brach, sagte er: "Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird" (Lukas 22,19). Das Brot symbolisiert seine Reinheit – Jesus war ohne Sünde, wie Hebräer 4,15 bezeugt. Dieser sündlose Leib würde gebrochen werden. Beim dritten Becher, dem Becher der Erlösung, verkündet Jesus: "Dieser Kelch ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut, das für euch vergossen wird" (Lukas 22,20).
Jesus richtet einen neuen Bund auf, wie es Jeremia 31,31 vorausgesagt hatte. Nicht mehr das Blut des Passahlammes rettet, sondern sein Blut. Paulus schreibt den Korinthern: Christus ist unser Passahlamm, das geopfert wurde. Was Jesus vollbracht hat, ist viel umfassender als die Befreiung aus Ägypten.
Wenige Stunden nach diesem Mahl, am nächsten Morgen um 9 Uhr, wurde Jesus bereits ans Kreuz geschlagen. Kolosser 2,13-14 fasst zusammen: Gott hat uns mit Christus lebendig gemacht, unsere Schuld vergeben und den Schuldschein ans Kreuz genagelt. Deshalb können wir mit Offenbarung 5,12 jubeln: "Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob."
Wenn wir heute Abendmahl feiern, erinnern wir uns an diese wunderbare Tatsache: Jesus ist für dich gestorben, damit du für alle Ewigkeit gerettet wirst.
