Die Sünde trennt uns von Gott – das zeigt sich bereits im Garten Eden. Als Adam und Eva ungehorsam wurden, sprach Gott ein Urteil über die Schlange aus: "Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen" (1. Mose 3,14-15). Mitten im Gericht kündigte Gott bereits den Erlöser an – geboren von einer Frau, der die Macht des Todes bezwingen würde.
Warum gab Gott diese Verheißung ausgerechnet Eva? Weil sie ihre Schuld bekannte. Während Adam die Verantwortung auf seine Frau und letztlich auf Gott schob, sagte Eva offen: "Die Schlange hat mich verführt." Nur wer seine Schuld vor Gott bekennt, kann Vergebung und Erlösung empfangen. Ohne Erkenntnis der Sünde, ohne Umkehr ist keine Erlösung möglich.
Die Bibel zeigt uns drei große Exilerfahrungen der Menschheit. Zuerst wurden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben – Ungehorsam treibt uns von Gott weg. Dann kam Noah: Nach der Sintflut versagte er als Winzer und lag betrunken in seinem Zelt. Sein Sohn Ham machte sich über das Versagen seines Vaters lustig, während Sem und Jafet die Blöße ihres Vaters bedeckten. Ham brachte durch sein Verhalten einen Fluch über seinen Sohn Kanaan. Hier lernen wir: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebst in dem Land, das der Herr dein Gott dir gibt." Respektierst du deine Eltern, bleibst du auf dem Boden der Verheißungen. Rebellierst du gegen sie, verlierst du das Fundament des Segens.
Das dritte Exil ereignete sich in Babel. Nimrod, der erste Gewaltherrscher, führte die Menschen in die Rebellion gegen Gott. Statt Gott anzubeten, sagten sie: "Lasst uns einen Namen machen!" Sie schufen sich ihre eigene Religion. Nur vier oder fünf Generationen nach der Sintflut war die Menschheit wieder auf dem Stand wie davor. Gottes Antwort: Er verwirrte die Sprachen und zerstreute die Völker.
Doch in 1. Mose 10 – vor dem Turmbau zu Babel – finden wir die Völkertafel mit 70 Namen. Gott gedenkt aller Völker, auch wenn sie in geistliche Finsternis gehen. Die Bibel kennt keine Rassen, sondern sieht alle Völker als Familien – die ganze Welt ist ein großes Dorf mit verschiedenen Großfamilien. Kein Volk ist besser oder intelligenter als das andere.
Noah prophezeite über seine Söhne: Durch Sem würde sich Gott offenbaren, und die Nachkommen Jafets würden "in den Zelten Sems wohnen". Jahrtausende später erfüllte sich das buchstäblich: Die Bibel wurde ins Griechische übersetzt, das Neue Testament in dieser Sprache geschrieben, die ersten Gemeinden entstanden in Kleinasien – alles Nachkommen Jafets, die ihr geistliches Zuhause in der Offenbarung Gottes durch Sem fanden.
Gott hat den europäischen Völkern durch die Bibel unzählige Türen geöffnet. Doch je mehr wir uns von Gott abwenden, desto mehr verlieren wir dieses Erbe. Unser Auftrag bleibt: "Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern!" Alle Menschen, die zu uns kommen, brauchen das Evangelium. Gott ist alternativlos.
