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Das Gift der Verbitterung

Sonntag, 10. Juli 2016
38 Minuten

Das Gift der Verbitterung

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Verbitterung ist zutiefst gekränkt und verletzt zu sein – ein Gefühl, das wohl jeder von uns kennt. Vielleicht wurdest du ungerecht behandelt, von Mitmenschen verachtet oder abgewiesen. Vielleicht trägst du Groll in deinem Herzen auf das Unrecht, das dir zugefügt wurde. Wenn wir mit Menschen zu tun haben, gibt es unweigerlich Missverständnisse und Verletzungen. Doch wie wir damit umgehen, macht den entscheidenden Unterschied.

Verbitterung ist wie Gift, das sich ausbreitet. Manche Menschen werden wie Stachelschweine, die um sich schlagen, andere ziehen sich zurück wie eine Schnecke in ihr Haus. Die Folgen sind verheerend: ohnmächtige Wut, Rachegefühle, Depressionen, Schlafstörungen. Ein verbitterter Mensch wird zum Gefangenen im eigenen Käfig – der mitleiderregendste Mensch der Welt, der den zugefügten Kränkungen weitere Verletzungen hinzufügt.

Hebräer 12,15 warnt uns eindringlich: "Achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden." Diese Warnung zeigt eine gefährliche Rückwärtsentwicklung in drei Schritten: Erst versäumen wir die Gnade Gottes, dann beginnt eine bittere Wurzel zu sprossen, und schließlich werden viele andere dadurch verunreinigt.

Wie eine giftige Pflanze verbreitet sich Verbitterung wie ein Krebsgeschwür. Was unbemerkt ausgesät wird, treibt aus und bringt Frucht – eine Frucht, die ganze Gemeinschaften vergiften kann. Bitterkeit im Herzen führt zu Gemurmel mit der Zunge, zu Aufruhr und Trennungen. Und alles nur, weil wir nicht achtgegeben haben.

Die Befreiung liegt in der Vergebung. Wenn du nicht lernst zu vergeben, trägst du eine Last, die dich fixiert und bindet. Versuch einmal, einen Stuhl zehn Minuten lang vor dir herzutragen – du wirst merken, wie sehr diese Last dich gefangen nimmt. Das Einzige, was hilft: Loslassen. Vergib, wie auch dir vergeben wurde. Achte darauf, dass keine bittere Wurzel aufkommt. Schließe dich nicht selbst von der Gnade Gottes aus. Dann wirst du ein befreites Leben führen können – in echter Freude.

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