Jesus liebt die Welt – eine Welt, die ihn hasst. Diese paradoxe Wahrheit aus Johannes 3,16 steht am Anfang einer grundlegenden Frage: Was ist eigentlich unsere Verantwortung in der Mission? Ein Kapitän schickt seinen Matrosen los, alle Passagiere auf die Rettungsboote zu bringen – aber er verbietet ihm zu sagen, dass das Schiff sinkt. Der Matrose versucht verzweifelt, die Menschen mit Versprechungen von gutem Essen und bequemen Sofas zu locken. Niemand kommt. Die Botschaft eines Radiospots bringt es auf den Punkt: "Die Welt geht verloren und wir sagen ihr nichts davon."
Um Mission richtig zu verstehen, musst du drei Akteure im Blick haben: Gott als Absender der Botschaft, den Nichtchristen als Empfänger und dich als Botschafter. Gott selbst ist derjenige, der aktiv handelt – er liebt Sünder, er zieht Menschen zu sich (Johannes 6,44), er öffnet ihnen die Augen durch den Heiligen Geist (Johannes 16,8), er verändert sie und bietet ihnen Rettung an. Das ist überwältigend: Gott hat bereits alles für die Mission vorbereitet.
Und was tut Gott für dich als Botschafter? In Johannes 20,21 beauftragt Jesus seine verängstigten Jünger: "Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch." Aber er lässt sie nicht allein – er haucht sie an und sagt: "Empfangt Heiligen Geist." Du bist nicht nur beauftragt, du bist auch befähigt. Gott gibt dir die Kraft für seinen Auftrag. Mehr noch: Philipper 2,13 sagt, dass Gott in dir sowohl das Wollen als auch das Wirken bewirkt. Er bereitet den Menschen vor, den er retten will, er bereitet dich vor und gibt dir die Kraft dazu.
Was ist dann deine Verantwortung? Nicht, Menschen zu verändern – das ist Gottes Aufgabe. Nicht, sie dir nachfolgen zu lassen – sie sollen Jesus nachfolgen. Nicht, sie zuerst an deine Gemeinde anzupassen – Jesus nahm Sünder an, wie sie waren. Deine Verantwortung ist es, Menschen zu Jesus zu bringen, sie anzunehmen wie Jesus es tat, für sie zu beten und Zeugnis zu sein.
Das Fundament von allem ist deine Gemeinschaft mit Gott. 1. Johannes 1 sagt: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm. Wenn du im Licht wandelst, erlebst du echte Gemeinschaft und Reinigung. Wenn du dich seinem Licht aussetzt, kannst du es gar nicht zurückhalten – genauso schwer, wie es ist, eine Kerze in einem dunklen Raum zu verdecken. Petrus und Johannes sagten in Apostelgeschichte 4,20: "Es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden."
Du bist das Salz der Erde, du bist das Licht der Welt – nicht als Befehl, sondern als Feststellung. Wenn du Gemeinschaft mit Gott pflegst, wirst du Zeuge sein, wie er Menschen in deiner Umgebung verändert und zu sich zieht.
