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Das Buch Maleachi

Freitag, 9. Dezember 2011
1 Std. 47 Min.

Das Buch Maleachi

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Das Buch Maleachi trägt einen Namen, der "mein Bote" bedeutet – und genau das war dieser Prophet: ein Briefträger Gottes mit sechs kraftvollen Botschaften an ein Volk, das geistlich eingeschlafen war. Um 450 v. Chr. stand der Tempel zwar wieder, aber das geistliche Leben blühte nicht auf. Stattdessen war die Gottesbeziehung flach geworden.

Die erste Botschaft trifft ins Herz: "Ich habe euch geliebt", sagt Gott. Doch das Volk zweifelt – "Worin hast du uns geliebt?" Wie Kinder, die die Liebe des Vaters nur an Schokoladeneis und Happy Meals festmachen wollen, hatte Israel Gottes Liebe an Wohlstand und Erfolg gemessen. Aber Gottes Liebe zeigt sich anders: in seiner Erwählung, ohne Verdienst, für ewig. Dass du Christ bist, ist bereits der größte Liebesbeweis.

Die zweite Botschaft prangert mangelnde Hingabe an: Das Volk brachte Gott kranke und lahme Opfertiere – die Reste aus der Flohmarktkiste. Gott fragt provokant: "Würdest du das deinem Chef anbieten?" Gott will nicht die Reste, er will das Beste. Es geht ihm nicht um fromme Rituale, sondern um unser Herz.

Im dritten Brief geht es um die Kunst des langen Atems. Wie Apnoetaucher, die elfeinhalb Minuten die Luft anhalten können, brauchen wir geistliche Ausdauer. Maleachi tadelt Treulosigkeit – bei der Partnerwahl (ungläubige Ehepartner) und in der Ehe selbst. "Ich hasse Scheidung", sagt Gott klar. Eine Ehe ist ein lebenslanger Bund.

Die vierte Botschaft warnt: Gottes Gericht ist kein Gerücht, es kommt nur zeitverzögert – wie eine Herdplatte, die erst heiß wird. Johannes der Täufer kam, Jesus kam – warum sollten die weiteren Schritte nicht auch eintreffen?

Beim fünften Brief wird es praktisch: "Weniger ist mehr." Das Volk beraubte Gott um den Zehnten. Doch Gott verspricht nicht, dass du nach dem Geben reicher wirst als vorher. Er verspricht, dass du mehr haben wirst, als wenn du nichts gegeben hättest – weil er die "Heuschrecken" in deinem Leben zurückhält. Vertraue darauf, dass Gott deine Lebensumstände lenkt.

Die sechste und ermutigendste Botschaft: Wahrer Glaube wartet. Das Volk klagte: "Was bringt es, Gott zu dienen? Den Gottlosen geht es besser!" Wie bei einer Polaroid-Kamera siehst du zunächst nur Grau – aber das Bild entwickelt sich. Gott führt ein Buch über dein Leben. Er vergisst nichts. Eines Tages wird alle Ungerechtigkeit gerade gerückt. Wir leben in einer Generation, die die Ewigkeit aus dem Blick verloren hat. Doch dort, wo es keine Tränen, keinen Tod, keine Trauer mehr gibt – das ist unsere Wirklichkeit. Auch wenn du zerbeult über die Ziellinie rutschst: Gott bringt dich ans Ziel.

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