Daniel war ein Mann, der in einer heidnischen Regierung arbeitete – nicht als Prophet im Tempel, sondern als einer von drei Chefministern im persischen Reich. Mit über 80 Jahren zog er sich nicht zurück und klagte über die böse Welt um ihn herum. Im Gegenteil: Er setzte sich aktiv mit den gesellschaftlichen Fragen auseinander und wurde zum Segen für seine Umgebung. In Daniel 6,4 lesen wir, dass ein überragender Geist in ihm war – nicht weil er ein Naturtalent war, sondern weil Gott ihn begabte. Doch Daniel verstand es, diese Gabe dem Volk zu dienen.
Jesus sagt in Matthäus 5,13-16 ganz klar: "Ihr seid das Salz der Erde" und "Ihr seid das Licht der Welt". Salz diente damals als Konservierungsmittel, damit Lebensmittel nicht verderben. Du bist als Christ genau das – ein Konservierungsmittel, das verhindert, dass diese Welt vollkommen in ihrem gottlosen Wesen zerfällt. Du bist Salz und Licht an deinem Arbeitsplatz, in der Schule, in deiner Familie. Ob du willst oder nicht – du würzt diese Welt mit etwas.
Doch wie konnte Daniel das sein? Sein Geheimnis war das Gebet. Als ein Gesetz erlassen wurde, das ihm das Beten verbot, ging er seelenruhig nach Hause, öffnete die Fenster Richtung Jerusalem und betete wie immer – dreimal am Tag. Daniel hatte nicht mehr Zeit als du. Er hatte einen vollen Terminkalender, ständig Sitzungen, viel Verantwortung. Aber Daniel nahm sich diese Zeit. Er hatte eine feste Gewohnheit, einen Gebetsplatz, eine Routine. In Kapitel 10 lesen wir sogar, dass er sich drei Wochen Auszeit nahm – nur für Gebet und Fasten.
Daniel wusste genau, welche Konsequenzen sein Gebet haben würde. Doch er zog eine klare Grenze: Dem König Darius diene ich, ich halte seine Gesetze, aber hier ist Stopp. Das Gebet lasse ich mir nicht verbieten. Er konnte nur Salz sein, weil er völlig anders war als seine Umwelt. Christen behalten ihren Einfluss auf die Gesellschaft gerade in ihrer Andersartigkeit.
Um Salz und Licht zu sein, brauchst du beides: Liebe und Wahrheit. Manche Christen haben nur Liebe und decken jede Sünde damit zu. Andere haben nur Wahrheit, aber keine Liebe zu den Menschen. Bei Daniel siehst du eine tiefe Hingabe und Liebe zu den Menschen seiner Zeit und gleichzeitig eine tiefe Liebe zur Wahrheit und zu seinem Gott. Diese Ausgeglichenheit fehlt uns heute oft.
Du bist die Würze, die in dieser Welt fehlt. Jeremia 29 ruft auf: "Suchet der Stadt Bestes!" Du bist der Arm, durch den Gott die Welt segnen möchte.
