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Daniel - ein mutiger Mann

Samstag, 26. November 2011
40 Minuten

Daniel - ein mutiger Mann

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Daniel war ein junger Mann, vielleicht 15 oder 20 Jahre alt, als der babylonische König Nebukadnezar Jerusalem eroberte und ihn mit seinen drei Freunden Hanania, Mischael und Azaria nach Babylon verschleppte. Diese jungen Männer sollten makellos, schön, intelligent und aus guter Familie sein – der König wollte sie für seinen Hof ausbilden. Sie bekamen eine dreijährige Ausbildung, neue Namen, die an babylonische Götter erinnerten, und sollten vom königlichen Tisch essen. Aus Daniel wurde Beltschazar, aus seinen Freunden wurden Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Der König wollte ihnen eine völlig neue Identität geben: Mit der Sprache eine neue Denkweise, mit der Speise eine neue Lebensweise, mit den Namen eine neue Religion.

Doch genau hier setzte Daniel eine Grenze. In Daniel 1 lesen wir, dass er sich vornahm, sich nicht mit der Speise des Königs zu verunreinigen. Warum? Weil Gott im Alten Testament genau festgelegt hatte, was rein und unrein war – und am babylonischen Hof wurde Unreines wie Schweinefleisch serviert. Daniel beschloss in seinem Herzen: Hier mache ich nicht mit. Als Gefangener wagte er das Undenkbare und bat den Kämmerer um eine Alternative: zehn Tage nur Gemüse und Wasser. Nach diesen zehn Tagen sahen Daniel und seine Freunde besser aus als alle anderen – und Gott gab ihnen Weisheit, die zehnmal größer war als die aller Gelehrten im Reich.

Was können wir von Daniel lernen? Du lebst in einer Welt, die dich formen will – durch Medien, Arbeitsplatz, Schule. Vielleicht sollst du Bücher lesen, die nicht gut für dich sind, oder wirst genötigt zu lügen. Daniel war kein gesellschaftlicher Totalverweigerer. Er lernte die babylonische Sprache, las ihre Bücher, nahm sogar den neuen Namen an. Aber bei Gottes Geboten zog er die Grenze. Mutige Menschen sind nicht die, die einfach vorangehen, sondern die gegen Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit kämpfen – wie der Spatz in der Geschichte, der den Mut hatte, nicht mitzumachen.

Du bist in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt. Das ist eine Spannung. Aber Gott hilft dir darin, wie er Daniel geholfen hat. Hab den Mut, mal anders zu sein, gegen den Strom zu schwimmen. Nicht weil du besser bist, sondern weil du einem anderen König dienst – und deshalb ein besseres Ende hast.

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