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Damit mein Haus voll werde

Sonntag, 27. Dezember 2015
39 Minuten

Damit mein Haus voll werde

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Jesus wurde zum Festmahl eingeladen – doch die Atmosphäre war alles andere als herzlich. Im Lukasevangelium 14 lesen wir, dass ein Oberster der Pharisäer Jesus zu sich nach Hause einlud. Aber die Gäste lauerten ihm nach, sie beobachteten ihn mit Hinterlist. Da stand ein wassersüchtiger Mann vor Jesus, und er stellte die provokante Frage: "Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?" Als niemand antwortete, heilte er den Mann und fragte weiter: "Wer von euch würde nicht sofort seinen Ochsen oder Esel aus dem Brunnen ziehen, selbst am Sabbat?"

Jesus durchschaut die Menschen am Tisch. Er sieht, wie sie sich um die besten Plätze drängen, wie jeder sich selbst in den Vordergrund stellen will. Seine Botschaft ist klar: Nimm dich nicht so wichtig. Setze dich auf den letzten Platz, und lass den Hausherrn entscheiden, wo du hingehörst. Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden – wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Dann wendet sich Jesus an den Gastgeber selbst: "Wenn du ein Mahl machst, lade nicht deine Freunde und reichen Nachbarn ein, die dich wieder einladen können. Lade die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden ein – die, die dir nichts zurückgeben können." Es geht nicht um den eigenen Vorteil, sondern darum, über die eigene Komfortzone hinauszuschauen.

Als einer der Gäste fromm ausruft: "Glückselig ist, wer das Brot isst im Reich Gottes", antwortet Jesus mit dem Gleichnis vom großen Gastmahl. Ein Mann bereitet ein Hochzeitsmahl vor, doch alle geladenen Gäste sagen ab. Der eine hat einen Acker gekauft, der andere fünf Ochsen, der dritte hat geheiratet. Da wird der Hausherr zornig und schickt seine Knechte auf die Straßen und Plätze, um die Armen, Krüppel und Blinden zu holen. Und als immer noch Platz ist, sendet er sie an die Hecken und Zäune: "Nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!"

Diese Geschichte aus Lukas 14 zeigt dir vier entscheidende Punkte: Begegne Menschen nicht mit Hinterlist, sondern mit den Augen Gottes. Drängle dich nicht in den Vordergrund. Habe ein Auge für die Not anderer, nicht nur für deinen eigenen Vorteil. Und vor allem: Geh hinaus und lade ein – denn Gott will, dass sein Haus voll wird. Das ist der wahre Gottesdienst, nicht nur am Sonntag, sondern in deinem Alltag.

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