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Christsein in unserer heutigen Gesellschaft

Samstag, 1. September 2012
49 Minuten

Christsein in unserer heutigen Gesellschaft

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Als Christen leben wir in einem Spannungsfeld: Petrus schreibt in 1. Petrus 2,11-17, dass wir uns als Fremdlinge und Pilger von fleischlichen Begierden fernhalten und ein rechtschaffenes Leben führen sollen – gleichzeitig aber der Obrigkeit untertan sein und der Welt dienen sollen. Wir sind herausgerufen aus der Sünde, haben unser Bürgerrecht im Himmel, doch genau deshalb sollen wir nicht von dieser Welt abheben, sondern mitten in ihr leben.

Rechtschaffen zu sein bedeutet konkret: der ehrlichste Mitarbeiter in deiner Firma zu sein, der verantwortungsvollste Autofahrer im Straßenverkehr. Es bedeutet, dass dein gesamtes Leben in Übereinstimmung mit Gottes Lebensstil gebracht wird – beginnend bei den 10 Geboten. Jesus sagt: "Wer mich liebt, der wird meine Gebote halten." Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die grundsätzliche Ausrichtung deines Lebens.

Paulus schreibt in 2. Korinther 3,2-3, dass wir ein Brief Christi sind, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes. Menschen lesen dein Leben wie einen Brief – ob du das möchtest oder nicht. Sie ziehen Rückschlüsse auf deinen Glauben anhand deines Charakters. Eine Umfrage in den USA ergab, dass 85 Prozent der Nichtgläubigen das Christentum als heuchlerisch empfinden. Das sollte uns zum Nachdenken bringen: Ist mein Leben attraktiv für Menschen, die nicht glauben?

Die ersten Christen nannten sich bewusst "Ekklesia" – das war im Griechischen das Stadtparlament, das über Wohl und Wehe einer Stadt entschied. Gemeinde ist nicht nach innen, sondern nach außen fokussiert. Jeremia 29,7 fordert uns auf: "Suchet der Stadt Bestes, denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es auch euch wohl." Die Gemeinde in Jerusalem gewann laut Apostelgeschichte 2,46-47 immer größeres Ansehen bei den Menschen, weil sie sozial Schwachen half.

Wenn ein Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bringt es keine Frucht – so auch eine Gemeinde, die nicht in die Welt hinausgeht. Wir sind wie das Tote Meer, wenn wir nur empfangen, aber nichts weitergeben: Es hat viele Zuflüsse, aber keinen Abfluss, deshalb gibt es dort kein Leben. Genauso werden wir träge und unzufrieden, wenn wir all die Gebetserhörungen und Erfahrungen mit Gott nur für uns behalten.

Die entscheidende Frage lautet: Was würde deiner Stadt fehlen, wenn es deine Gemeinde nicht gäbe? Menschen werden fragend, wenn du anders lebst – nicht durch außergewöhnliche Aktionen, sondern durch ein Leben in der Kraft des Heiligen Geistes. William Booth, Gründer der Heilsarmee, sandte einmal ein Telegramm mit nur einem Wort als Predigt: "Andere." Es geht um Menschen, die Jesus nicht kennen – nichts anderes soll uns antreiben als die Liebe zu ihm.

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