Paulus hätte die Fußball-Europameisterschaft nicht verurteilt oder als Zeichen des Abfalls angeprangert. Vielmehr hätte er diese Spiele zum Anlass genommen, um Christen etwas Entscheidendes zu verdeutlichen: Wir sind keine Einzelkämpfer im Reich Gottes. Wie eine Mannschaft, in der sich Stärken und Schwächen gegenseitig ausgleichen, brauchen wir einander – als Gemeinde, als Familie, als einzelne Personen. Gerade in schweren Zeiten wird deutlich, wie wertvoll es ist, nicht allein durch Leid gehen zu müssen, sondern Geschwister zu haben, die füreinander beten und da sind.
Paulus kannte die großen sportlichen Ereignisse seiner Zeit, die isthmischen Spiele in Korinth. Statt die Athleten zu kritisieren, nimmt er sie als Vorbild für unser christliches Leben. In 1. Korinther 9,24-27 fordert er uns auf: "Laufet nun so, dass ihr den Preis erlangt." Ein Athlet ist konzentriert auf sein Ziel, blendet alles andere aus und will gewinnen. Genau diese Konzentration brauchen wir in unserem Glaubensleben. Du bist kein Zuschauer im Reich Gottes – durch den Glauben an Jesus bist du bereits im Wettlauf dabei.
Die Zulassung zu diesem Wettlauf ist einfach: "Wer den Sohn hat, der hat das Leben" (1. Johannes 5,12). Nicht deine Leistung bringt dich ans Ziel, sondern Jesus allein. Doch Bekehrung bedeutet nicht, dass du dich ausruhen kannst. Jesus ruft dich in seine Nachfolge – das ist der Wettlauf. Du musst laufen, darfst nicht stehen bleiben.
Ein Athlet ist auch konsequent. Menschen verzichten auf vieles, trainieren hart, investieren Zeit und Geld – für einen vergänglichen Pokal. Wie viel mehr sollten wir bereit sein, unser Leben dem unvergänglichen Ziel unterzuordnen? Paulus kämpft dabei nicht gegen andere Christen, sondern gegen sich selbst. Er kennt die Sünde, die uns umringt, und weiß um die Gefahr, zu versagen. Hebräer 12,1 ermutigt uns: "Lasst uns ablegen alle Last und die Sünde, die uns immer umringt, und lasst uns laufen mit Geduld."
Am Ende seines Lebens konnte Paulus sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten" (2. Timotheus 4,7). Auf ihn wartete die Krone der Gerechtigkeit – nicht nur für ihn, sondern für alle, die Jesus lieben. In Gottes Team gibt es keine Begrenzung. Nicht Gott beruft dich ein, sondern es liegt an dir selbst. Die Frage ist einfach, aber tief: Bist du dabei?
