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Befreiung der Gefangenschaft durch Jesus Christus

Sonntag, 18. November 2018
55 Minuten

Befreiung der Gefangenschaft durch Jesus Christus

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Jesus Christus lebt – und sein Grab ist leer. Diese Wahrheit trägt Menschen durch die dunkelsten Täler, auch wenn sie alles verloren haben. Nehemia saß in der Festung Susa, im heutigen Iran, in Sicherheit und Wohlstand als Mundschenk des Königs. Sein Leben war geordnet, bequem, versichert. Doch als sein Bruder Hanania mit Männern aus Juda kam und von der Zerstörung Jerusalems berichtete – die Mauern zerbrochen, die Tore verbrannt, das Volk in großer Not – da konnte Nehemia nicht einfach weitermachen wie bisher.

In Nehemia 1,1-4 lesen wir, wie er reagierte: Er setzte sich hin, weinte, trug Leid etliche Tage lang, fastete und betete vor dem Gott des Himmels. Er erkundigte sich nicht nach Berufen oder Leistungen, sondern nach Menschen – nach der Familie, nach den Zurückgekehrten, nach Jerusalem. Das Elend seiner Geschwister bewegte ihn zutiefst.

Heute könnten solche Berichte aus Mosul kommen, aus Aleppo, aus Damaskus. Christen werden verfolgt, gefoltert, ermordet – nicht weil sie Verbrecher sind, sondern weil sie Jesus nachfolgen. Gemeinden werden verbrannt, Familien auseinandergerissen. Eine schwangere Frau starb auf der Flucht vor dem IS unter einem Baum in der Wüste, ihr neugeborenes Kind schreiend neben ihr, das Kreuz fest in ihrer Hand. Ihr Mann sang inmitten dieser Tragödie: "In Christus ist mein ganzer Halt."

Wo ist dein Halt? In welcher Festung sitzt du? Ist es dein Gehaltsscheck, deine Versicherung, dein Wohlstand? Oder ist es Jesus Christus? Wir leben in einem Land, das gottlos geworden ist, wo Familie und Ehe neu definiert werden, wo moralische Werte im Keller sind. Doch oft schweigen wir, passen uns an, leben in Kompromissen. Unser Glaube kostet uns nichts, weil wir reden, träumen und leben wie die Welt um uns herum.

Die Kinder Issachars in 1. Chronik 12,32 verstanden sich auf die Zeiten und wussten, was Israel tun sollte. Wir brauchen solche Menschen heute – Männer und Frauen, die nicht nur Gottesdienst spielen, sondern die prophetisch sprechen und die Gemeinde leiten können. Wenn wir schweigen, sind wir bedeutungslos.

Nehemia ließ sich von dem Bericht nicht lähmen. Er betete, fastete und handelte. Beten wir für unsere verfolgten Geschwister – nicht nur heute, sondern jeden Tag. Und fragen wir uns: Bewegt uns ihr Leid wirklich? Oder verdrängen wir es, froh darüber, dass wir in Deutschland leben?

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