Aus altem Trott zu neuer Leidenschaft - deine Beziehung zu Gott
Die Beziehung, die einmal so vielversprechend begann, ist zur Routine geworden. Die Leidenschaft ist weg, die Luft ist raus – es ist nur noch eine Fassade. Genau diese Situation beschreibt Micha in den ersten Versen seines Buches. Doch hier ist etwas Besonderes: Nicht ein Mensch fragt den anderen "Was habe ich dir getan?", sondern Gott selbst stellt diese Frage seinem Volk Israel. Gott, der sein Volk aus Ägypten geführt hat, der alle seine Zusagen eingehalten und sich immer zu seinem Wort bekannt hat, fragt: "Was habe ich dir getan? Womit habe ich dich beleidigt?"
Das Volk Israel hatte eine einzigartige Geschichte mit Gott. Er hatte ihnen immer wieder gesagt "Du bist mein Volk, ich liebe dich." Doch kurz nachdem die Tinte auf den Steintafeln getrocknet war, kurz nachdem sie mit Gottes Hilfe Völker besiegt hatten, war die Luft schon wieder raus. Der Segen wurde Alltag, die Wunder wurden Routine. Sie meinten, in die Glaubensfamilie hineingeboren zu sein würde reichen – aber Gott forderte mehr.
Eine Beziehung kann nur gelingen, wenn du Du-fokussiert bist, wenn du dich komplett auf den anderen ausrichtest. Martin Buber sagte: "Der Mensch wird am Du zum Ich." Genau das gilt für deine Gottesbeziehung: Wenn du komplett auf Gott ausgerichtet bist, verwirklichst du dich selbst so, wie Gott es haben möchte. Deine Ich-Zentriertheit, dein Ego ist oft schuld daran, dass die Beziehung zu Gott nicht funktioniert.
In Micha 6,8 kommt die Lösung: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." Drei konkrete Punkte. Gottes Wort halten bedeutet, Gott beim Wort zu nehmen – endlich zu glauben, was er sagt. Wenn Gott sagt "Ich liebe dich", dann nimm es an, ohne zu philosophieren. Zweifel und Misstrauen sind Gift für jede Beziehung.
Liebe üben heißt, den anderen im Blick zu haben, nicht zuerst deine positiven Gefühle. Es geht darum, das Wohl des anderen zu erreichen, ihm zu dienen. Du sollst den Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, von ganzem Gemüt – und den Nächsten wie dich selbst.
Demütig sein bedeutet Mut zum Dienen. Frei werden davon, dich selbst zu wichtig zu nehmen. Es ist die Haltung, den anderen höher zu achten als sich selbst.
Gott hat sich selbst in Jesus Christus auf diese Erde gesandt und sich hingegeben, damit die Beziehung zu dir funktioniert. Es lohnt sich, eine Beziehung mit Gott zu haben – nicht nur für dich, sondern auch für viele andere auf dieser Welt.
