Die Korinther hatten ein Problem mit ihrem Wissen – nicht zu wenig davon, sondern zu viel Selbstsicherheit damit. Sie waren überzeugt von ihrer geistlichen Erkenntnis, stolz auf ihre Gaben und fest davon überzeugt, die richtigen Antworten zu haben. Doch genau diese Gewissheit zerriss ihre Gemeinschaft und machte aus ihrem Wissen eine Waffe gegen die Schwächeren.
Paulus konfrontiert sie in 1. Korinther 8 mit einer unbequemen Wahrheit: "Wir alle wissen doch in dieser Sache Bescheid", sagen sie – aber bloßes Wissen macht überheblich. Der Streit um Götzenopferfleisch war nur ein Symptom. Das eigentliche Problem? Fehlende Selbsteinschätzung und mangelnde Liebe. Die Reichen aßen beim Abendmahl, ohne auf die Armen zu warten. Parteiungen entstanden. Jeder meinte, die Wahrheit gepachtet zu haben.
Wie schnell stehen wir an derselben Stelle! Wir leben in einer Gesellschaft, die uns einredet: "Du bist stark, du schaffst das alleine." Doch Hochmut ist gefährlich – er stört Gemeinschaft und macht unglücklich. Forscher haben herausgefunden, dass arrogante Menschen oft psychisch krank werden. Stolz baut Mauern zwischen Menschen, während Demut Brücken schlägt.
Paulus lenkt den Blick weg von der Rechthaberei hin zu Jesus Christus. In 1. Korinther 13 zeigt er: Ohne Liebe sind selbst die größten Gaben wertlos. Die höchste Erkenntnis ist nicht dein theologisches Wissen, sondern dass Gott dich liebt. Und wenn du diese Liebe wirklich verstanden hast, kannst du auch andere lieben. Galater 6 ermutigt uns: Helft einander, eure Lasten zu tragen – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit ausgestreckter Hand.
Wie sieht es in deinem Leben aus? Ist heute ein Treffpunkt mit der Liebe notwendig? Die Liebe ist das Einzige, was Gottes Kinder unterscheidet – sie bleibt am Ende.
