Der Apostel Petrus schreibt an Christen, die sich wie Fremdlinge in ihrer eigenen Gesellschaft fühlten. Sie waren geistlich neugeboren, doch ihr Alltag war geprägt von Spannungen zwischen ihrem neuen Glauben und den Erwartungen ihrer Umwelt. Diese Herausforderung ist heute genauso aktuell wie damals: Wie leben wir authentisch als Nachfolger Jesu in einer Welt, die oft andere Werte vertritt?
Der erste Petrusbrief konfrontiert uns mit einer unbequemen Wahrheit: Wir sind lebendige Steine in Gottes Haus, ein königliches Priestertum – aber leben wir auch danach? Petrus ermahnt uns, die fleischlichen Begierden zu meiden, die gegen unsere Seele streiten. Doch was bedeutet das konkret? Es geht nicht nur um offensichtliche Sünden. Es geht um die Frage: Lebe ich, als wäre der Himmel mein Ziel – oder als hätte ich nur diese 70, 80 Jahre auf der Erde, um maximale Bedürfnisbefriedigung zu erreichen?
Woran erkennst du, ob dein Herz an irdischen Dingen hängt? Wenn dir die Freude und Dankbarkeit verloren geht, weil du etwas nicht hast, das du unbedingt haben willst. Wenn deine Seele krank wird, weil du sie mit Vergänglichem fütterst statt mit dem Ewigen. Paulus schreibt erschütternd: "Sie suchen alle das Ihre, nicht das, was Christi Jesu ist." Für was bist du bekannt auf deinem Arbeitsplatz? Als jemand, der gegen die Politik wettert und sich Sorgen macht – oder als jemand, der ein Licht in der Dunkelheit ist?
Der Text aus 1. Petrus 2,11-17 fordert uns heraus, gute Werke zu tun, selbst in einer ungerechten Welt. Selbst wenn der Staat gottlos regiert, sollen wir Gutes tun – nicht aus Gesetzlichkeit, sondern aus lebendiger Gemeinschaft mit Christus. Denn durch unser Leben können Menschen zum Schweigen gebracht werden, die über uns spotten. Vielleicht werden sie sogar eines Tages Gott preisen, weil sie durch unsere Werke zum Glauben fanden.
Welche Spuren hinterlässt du auf dieser Erde? Hat dein Leben Ewigkeitswert?
