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Alles um des Evangeliums willen

Sonntag, 20. September 2015
43 Minuten

Alles um des Evangeliums willen

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Paulus schreibt den Korinthern einen Satz, der alles auf den Punkt bringt: "Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben" (1. Korinther 9,23). Dieser Vers steht mitten in einem Kapitel über Rechte und Freiheiten – doch Paulus zeigt: Nichts, absolut nichts darf dem Evangelium im Weg stehen.

Die Gemeinde in Korinth war bunt gemischt: Juden und Heiden, Reiche und Arme, verschiedenste soziale Schichten. Und genau dort entstanden Probleme. Christen stritten miteinander, waren bereit, vor weltliche Gerichte zu gehen. Manche urteilten übereinander, andere lebten überheblich. Beim Abendmahl aßen die Reichen schon vorher, während die armen Sklaven, die später kamen, leer ausgingen. Paulus korrigiert diese Missstände nicht einfach nur – er zeigt ihnen eine tiefere Wahrheit: All diese Verhaltensweisen blockieren das Evangelium.

Was ist eigentlich diese frohmachende Botschaft? Es geht um Versöhnung mit Gott, um Befreiung von schlechtem Gewissen und lasterhaftem Leben, um Sieg über Sünde. Paulus hatte nur ein einziges Ziel: So viele Menschen wie möglich sollen diese gute Nachricht hören und annehmen können. Deshalb sagt er: "Ich habe mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, damit ich möglichst viele gewinne" (1. Korinther 9,19-20). Den Juden wurde er wie ein Jude, denen unter dem Gesetz wie einer unter dem Gesetz – nicht aus Zwang, sondern aus Liebe.

Hier liegt der Schlüssel: Warum dienst du Gott? Viele Christen antworten: Um in den Himmel zu kommen und der Hölle zu entfliehen. Das ist legitim, aber nicht genug. Paulus' Motivation war die Liebe Gottes, die ihn zu einem neuen Menschen machte und zum Knecht für andere. Gott holte ihn vom hohen Ross – buchstäblich vom Pferd – als er noch Christen verfolgte. Diese Begegnung veränderte alles.

Paulus ermahnt die Korinther in jedem Lebensbereich: Hört auf, einander zu richten (Kapitel 4). Räumt Streitigkeiten intern, nicht vor weltlichen Gerichten (Kapitel 6). Führt gute Ehen, nehmt aufeinander Rücksicht (Kapitel 7). Gebt eure Meinung ein Stück weit auf, damit andere im Glauben wachsen können (Kapitel 8-9). Immer geht es darum: Seid dem Evangelium kein Hindernis!

Du kannst als Christ dem Evangelium im Weg stehen – durch komische Ansichten, durch Eigenarten, durch Sturheit, durch schlechte Ehen, durch Lieblosigkeit. Die Straße für das Evangelium soll barrierefrei sein. Das bedeutet nicht, sündiges Verhalten anzunehmen, aber alle unnötigen Barrieren abzubauen, die Menschen davon abhalten, Jesus kennenzulernen.

Und dann kommt das Hohelied der Liebe in 1. Korinther 13. Jetzt wird klar, warum es genau hier steht: Ohne Liebe ist alles nichts – alle Gaben, alle Erkenntnis, alle Opfer. Die Liebe ist langmütig, freundlich, sie bläht sich nicht auf, sie sucht nicht das Ihre. Diese Liebe zu Gott und zu Menschen ist die treibende Kraft für echten Dienst. Paulus selbst sagt: Wir sehen noch ein dunkles Bild, aber die Liebe bleibt. Sie ist die größte.

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