In 1. Petrus 2 steht ein gewaltiger Satz: Du bist berufen, die Wohltaten dessen zu verkünden, der dich aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Du warst einst nicht begnadigt, jetzt aber bist du begnadigt. Das ist deine Aufgabe – nicht für deine eigenen Wahrheiten zu kämpfen, sondern von den Wohltaten zu erzählen. Aber das funktioniert nur, wenn du diese Wohltaten auch wirklich erlebt hast.
Martin Luther sagte: Die Gnade richtet deinen Blick auf. Doch in vielen Gemeinden sehen wir müde, schwer beladene Gesichter. Menschen brennen aus "für Gott" – aber ist es wirklich dieser Gott, der sagt: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken"? Viele psychosomatische Kliniken sind voll mit Christen, die nicht mehr wissen, wo oben und unten ist. Sie putzen für Gott, kochen für Gott, tun alles für Gott – aber haben sie je begriffen, dass sie begnadigt sind?
Schau dir die Schöpfung an: Keine Schneeflocke gleicht der anderen, und doch weist jede auf denselben kreativen Schöpfer hin. Genauso unterschiedlich sind wir – und doch trägt jeder von uns das Merkmal dieses einen Architekten: Gnade. In Jesaja 38 steht, dass Gott deine Sünde nicht vorhält, sondern hinter seinem Rücken verbirgt. Was verborgen ist, kannst du nicht ansehen – aber du siehst den an, von dem du Vergebung empfangen hast.
In Apostelgeschichte 13,38-39 heißt es: Durch Christus wird dir Vergebung verkündigt, und in allem, worin du durch das Gesetz nicht gerecht werden konntest, bist du gerecht gemacht durch den Glauben. Nicht durch deine Anstrengung, sondern weil Christus in dir lebt, der das Gesetz erfüllt hat. Psalm 126 beschreibt es so: Als Gott die Gefangenen zurückbrachte, waren sie wie Träumende – ihr Mund war voll Lachen, ihre Zunge voll Jubel. Die Freude am Herrn ist deine Stärke (Nehemia 8,12).
Martin Luther sagte: "Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen." Das ist keine oberflächliche Fröhlichkeit, sondern Freude über das Heilwerden einer zerbrochenen Beziehung mit deinem Schöpfer. Diese Freude ist deine Stärke – nicht deine Gesetzlichkeit, nicht dein Müssen und Sollen. Jesus sagt in Johannes 15: "Bleibt in mir – ohne mich könnt ihr nichts tun. Ich will, dass meine Freude in euch völlig werde."
Allein Gott gehört die Ehre – Soli Deo Gloria. Nicht deiner Sünde, nicht deinem Versagen, nicht deiner Anstrengung, sondern ihm, der dich aus der Gefangenschaft in die Freiheit geführt hat.
