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Abendmahl und Fußwaschung

Samstag, 23. November 2013
35 Minuten

Abendmahl und Fußwaschung

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Jesus wusste genau, was vor ihm lag. In wenigen Stunden würde Judas ihn verraten, die Kriegsknechte würden kommen, Folter und Kreuzigung warteten auf ihn. Und doch – in dieser Situation hielt Jesus es für äußerst wichtig, mit seinen Jüngern das Passahfest zu feiern und ihnen die Füße zu waschen. Johannes 13 zeigt uns: Jesus liebte die Seinen bis zum Ende.

Das Passahfest erinnerte Israel an die Befreiung aus Ägypten. Das Blut des Lammes an den Türpfosten bewahrte sie vor dem Gericht. Jesus verwandelte dieses Fest in das Abendmahl – ein Zeichen, dass sein Opfer uns von Sünde und Schuld befreit. Das Brot symbolisiert seinen Leib, der Wein sein vergossenes Blut. "So oft ihr das tut, verkündigt ihr meinen Tod."

Vor dem Passahfest mussten die Israeliten ihr ganzes Haus reinigen – kein Krümel gesäuertes Brot durfte bleiben. Der Sauerteig war ein Symbol für Sünde. Paulus greift das in 1. Korinther 11 auf: Wer unwürdig am Mahl teilnimmt, zieht sich Gericht zu. Es geht um innere Reinheit, um ein reines Gewissen vor Gott und Menschen.

Die Fußwaschung zeigt vier wesentliche Aspekte: Sie ist ein Zeugnis der Demut – Jesus, der Sohn Gottes, nimmt Knechtsgestalt an. Sie ist ein Zeugnis der Gemeinschaft – Jesus sagt zu Petrus: "Wenn ich dir nicht die Füße wasche, hast du kein Teil mit mir." Sie ist ein Zeugnis der Reinigung – wer im Alltag lebt, bekommt "dreckige Füße" und braucht Wiederherstellung. Und sie ist Bereitschaft zum Dienst – Jesus fragt: "Versteht ihr, was ich getan habe?"

Bemerkenswert: Jesus wusch auch Judas die Füße, obwohl er wusste, dass dieser ihn verraten würde. Selbst beim Verrat nennt Jesus ihn "Freund". Philipper 2 fordert uns auf: Seid eines Sinnes, habt gleiche Liebe, seid einmütig. Das Abendmahl ist nicht nur ein Ritual – es fordert dich heraus, Gemeinschaft zu schätzen, Streit beizulegen und in Demut zu dienen. Bist du bereit, Dienste zu tun, die "unter deiner Würde" stehen? Bist du bereit, Menschen Liebe zu erweisen, die dir feindlich gesinnt sind?

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