Abendmahl - die Gemeinschaft der Kinder Gottes mit Gott
Die Gnade unseres Herren Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen – diese Abschiedsworte des Apostels Paulus an die Korinther kennst du vielleicht. Aber was bedeutet diese Gemeinschaft wirklich?
Es gibt viele Arten von Gemeinschaft. Da ist die Freude nach einem Fußballsieg, wo Tausende durch die Straßen ziehen und feiern – eine schöne Sache, aber am nächsten Tag geht jeder wieder seiner Wege. Oder die Wandergemeinschaft auf dem Jakobsweg, wo Menschen ein gemeinsames Ziel verbindet, einander helfen und teilen – doch auch diese Verbindung endet meist mit der Reise. Selbst auf dem Berg Sinai, wo Menschen aus aller Welt in verschiedenen Sprachen zu Gott beten und "Du großer Gott" auf Japanisch, Chinesisch und Deutsch erklingt, spürst du etwas Tieferes: die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.
Doch die Gemeinschaft der Christen geht noch viel weiter. Im 1. Korinther 10 spricht Paulus über das Abendmahl: "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" Wenn wir zusammen vom Brot essen und vom Wein trinken, denken wir an Jesu zerschlagenen Leib und sein vergossenes Blut. Wir sind nicht nur eine Zweckgemeinschaft – wir sind mit Leib, Geist und Seele zusammengewoben, verbunden durch das Blut Jesu Christi.
Johannes schreibt im 1. Johannesbrief: "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu macht uns rein von aller Sünde." Diese Gemeinschaft verpflichtet dich zum Leben im Licht. Du musst deine Sünde bekennen, ins Licht treten, deine Vergangenheit aufarbeiten – dann ist Gott treu und gerecht und reinigt dich von aller Unreinheit.
In Philipper 2 und Kolosser 3 liest du, wie diese Gemeinschaft aussieht: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut. Einander ertragen, einander vergeben, die Liebe über alles stellen. Das ist ein absoluter Gegensatz zur Welt, wo jeder über Leichen geht und andere ausnutzt. In dieser Gemeinschaft der Heiligen weißt du: Da sind Menschen, die dich verstehen, für dich beten, es gut mit dir meinen. Das ist ein unheimlicher Schatz in einer Zeit, wo Millionen vereinsamt und nervlich krank sind, weil ihnen genau diese Gemeinschaft fehlt.
